HR BarCamp 2012: Teilnehmerfeedback und persönlicher Rückblick

Ein Nachbericht zum HR BarCamp 2012 in Berlin mit persönlichem Rückblick aus Organisatoren-Perspektive, einem Streifzug durch die Teilnehmerfeedbacks und einer Ankündigung über die Zukunft des HR BarCamps.

HR BarCamp: Dialog in einer Session

Das 1.HR BarCamp Deutschlands liegt nun hinter uns. Es war ein Experiment. Mein Mitorganisator Jannis und ich wollten wissen, ob für den HR Bereich in Deutschland das (noch) ungewohnte Veranstaltungsformat nach der Idee des BarCamps funktionieren würde. Unsere Hypothese war klar: Ja, Personaler und HR-Interessierte schaffen das. Und: Innovative HR-Themen und HR-Trends diskutieren wir am besten auch in einem innovativen
Eventformat.

Mein globales Fazit lautet: Das Experiment HR BarCamp ist gelungen!
Sogar richtig gut, dafür dass es das erste seiner Art für die HR-Szene war.      Na klar: Es gibt Abzüge in der B-Note und sicher ist da noch Luft nach oben…aber der Reihe nach.
 

Viele kennen die Situation sicher: Sobald man sich selbst in die Rolle eines Organisators, Initiators oder Gastgebers begibt, bekommt man einen ganz eigenen Blick die eigene Veranstaltung. Daher kann ich hierüber nun auch keinen distanzierten und vor allem auf Fachinhalte gemünzten Bericht verfassen, wie ich das über andere Konferenzen oder HR-Events tue, wenn ich dort einfach als Experte und/ oder HR-Blogger teilnehme. Glücklicherweise haben jedoch schon zahlreiche HR BarCamp Besucher ganz wunderbare Berichte zur Veranstaltung verfasst und ich möchte stellvertretend hierfür dankend auf die Beiträge von Wolfgang Brickwedde, von Jan Kirchner im Wollmilchsau-Blog, von Karin Thier, von Olga im Bewerberblog und den kurzen Beitrag von Prof.Wald hinweisen.
Die Fotos, die während der Veranstaltung unter unserer Regie entstanden, sind hier zu sehen: Fotos vom HR BarCamp 2012.

Der Umstand das schon reichlich über die Inhalte und den Ablauf der Veranstaltung berichtet wurde, entlastet mich von der eher inhaltsorientierten Nachberichterstattung und ich schreibe somit hier lieber über einzelne Einschätzungen von mir zum HR BarCamp, aus persönlicher und in diesem Fall aus Organisatoren-Perspektive. Im Anschluss daran veröffentliche ich hier die ausgewerten Feedbacks der BarCamp-Teilnehmer und ich gehe im Folgenden auf meine lessons learned ein.


Teilnehmermix

Wir hatten wirklich tolle Teilnehmer auf dem BarCamp, keine Frage. Die Entscheidung von Jannis und mir die Teilnehmerzusammensetzung mit ca. 55% unternehmensinterne Personaler und ca. 45% HR-Berater festzulegen war in jedem Fall richtig. Wird eine Veranstaltung zu beraterlastig und fehlen die „operativen“ Personaler, schränkt das die Möglichkeit zum Austausch über die beiden Perspektiven hinweg ein. Die Mischung hat m.E. grundsätzlich gestimmt. Aus beiden Lagern waren tolle Leute dabei. Auch die verschiednen Hintergründe waren wertvoll. Leute aus Konzernen und aus KMU, Generalisten und Spezialisten… Es waren bspw. Vertreter/innen aus Personalbereichen von Daimler, Beiersdorf, mobilcom-debitel, AUDI, Xing AG, Unister, Wollschläger, Immobilien Scout, zalando, Robinson Club, DFS, Otto oder sofatutor.com dabei. Dazu viele spannende HR-Beratungs- und Dienstleistungsvertreter.

HR BarCamp: Full house - nur 5% no show!

Engagement & Sessiondurchführung
Das Engagement von den Teilnehmern war sehr schön. Es freut mich noch immer, dass sich so viele einbringen wollten, wodurch wir letztlich mehr Angebote hatten, als verfügbare Sessions. Ja, ein wenig schade, aber besser so als anders herum. Das basisdemokratische Prinzip entschied letztlich welche Inhalte zum Zuge kamen und das ist auch gut so.

Die Session-Verantwortlichen haben sich für ihre Themen voll ins Zeug gelegt, soweit ich das sehen konnte (durch die parallelen Time-Slots entgingen mir leider auch einige Sessions oder ich sah nur Ausschnitte). Am Engagement lag es also keinesfalls, dass rückblickend betrachtet manche Sessions mMn in der Umsetzung noch etwas Luft nach oben hatten. Es ist ein learning für mich, dass wir von Orga-Seite ggf. in der Vorab-Information (HR BarCamp Tutorial, >3000 Views) noch mehr darauf hinweisen sollten, was in einer Session alles möglich ist. Motto: Noch weniger frontal, noch mehr Aktivierung und Interaktion. Zudem sind wohl eine Beschränkung auf max. 10 Min. Arbeit mit dem Beamer je Session oder ein Limit von 3 Folien je Session überlegenswert…

Um dem Thema „mehr aus Sessions machen“ etwas Futter zu geben, will ich hier mal kurz ein paar Gedanken skizzieren: Was mir spontan einfällt ist, dass manchmal weniger mehr ist und gerade bei großen Themenbereichen es oft besser sein kann den berühmten Mut zur Lücke zu zeigen und nur auf wenige Kernthesen zu sprechen zu kommen (= weniger Input, mehr Raum für Diskurs). So könnte in den knappen 50 Minuten je Session ein Thema etwas enger gefasst besprochen werden, dafür aber wohl mehr in die Tiefe gehen. Ein weiterer Punkt, für welchen ich Session-Verantwortliche beim nächsten Mal mehr sensibilisieren möchte, ist eine Vorbereitung in Hinblick auf gute Fragen an das Auditorium. Ich meine wirklich gute Fragen zu stellen ist nicht so einfach und da lohnt es sich sein Thema mit entsprechenden Fragen vorzubereiten und diese Fragen in der Session klären zu lassen. So in etwa hat bspw. Jan Kirchner die von ihm verantwortete Session gestaltet und so ergab sich mit nur minimalem Input eine fast 45-minütige, lebhafte Diskussion inkl. kleiner Ergebnissammlung am Flipchart. Ein letzter Punkt auf welchen ich beim nächsten Mal aufmerksam machen würde ist, dass in einer Session auch Kleingruppenarbeiten möglich sind und zu spannenden Ergebnisse kommen können (den Beweis brachte Nele Graf in ihrer Session am Ende des Camps).

Mein Fazit aber auch hierzu: Die Sessions waren inhaltlich interessant, mit viel Leidenschaft vorgetragen und meistens gab es schöne und interessante Diskussionen. Besser werden kann man immer aber für´s erst HR BarCamp war das schon richtig klasse!

Austausch im HR BarCamp permanent auch online insb. via Twitter

Moderation & Zeitmanagement
Jannis und ich hatten als Vertreter der Organisation auch die manchmal etwas undankbare Aufgabe eines Zeitnehmers. Doch Dank der wirklich sehr disziplinierten Mitarbeit von allen, wurde über den gesamten Event hinweg der Zeitplan beinah perfekt eingehalten (Verzögerungen von 5 Minuten sind lapidar). Das die Sessionpitches und die Planungsphase auch auf der Zeitschiene so gut funktionierten fasziniert mich immer noch ein wenig. Ok, ich glaube auch fest an die Kraft der Selbstorganisation, sofern man ein paar kleine Leitplanken einzieht (PS: Wo ist Norden? ;-) )

Neben der Anmoderation zu Beginn und der nach der Mittagspause konnten wir Organisatoren uns auf sehr gelegentliches moderieren in den Sessions beschränken und auch hier und da mal selber aus der Rolle des Moderators in die des am Thema interessierten Fragers überwechseln. Das war sehr angenehm. Wieder ein Indiz für die partnerschaftliche und angenehme Atmosphäre auf dem HR BarCamp. Kompliment an alle!

HR BarCamp: Die Moderatoren bei der Eröffnung.

Inhaltliche Angebote
Wie oben schon angemerkt, gab es sogar mehr Angebot als mögliche Session Slots. Ich war von den eingebrachten Themenbreite begeistert und finde dennoch, dass unsere Entscheidung für die „Themenklammer“ rund um innovative Personalarbeit im “Zweinull”-Kontext richtig war. So waren von „Generation Y“ über Gamification bis Recruiting mit Videos um nur mal einige der Angebote zu nennen, genug thematische Alternativen dabei, ohne dass es inhaltlich total beliebig wurde.

Interessante Themen: Hier die Session zu Gamification

Teilnehmerfeedbacks
Viele Teilnehmer waren so freundlich die Feedbackbögen auszufüllen und uns so eine objektivere Rückmeldung zum HR BarCamp zu geben. Ich gebe es offen zu: Der gefplegte Fragebogen, das ist mal wieder etwas, was mein Sozialwissenschaftler-Herz höher schlagen lässt. Insofern klar, dass ich derjenige aus dem Orga-Team war, welcher die Auswertungen vorgenommen hat.

Zur Erinnerung: Es gab in den Feedbackbögen einige Einschätzungsfragen, die je nach Zustimmung anzukreuzen waren und auch zwei offene Fragen, wo qualitative Rückmeldung generiert wurden. Ich danke noch einmal ganz herzlich allen, die uns mit ihren Feedbacks geholfen haben. Hier nun zunächst Auszüge aus den beiden offenen Fragen und dann die Auswertungen der skalierten Fragen in Form von Grafiken.

Frage nach dem persönlichen Highlight in Verbindung mit dem HR BarCamp:
– Menschen treffen, die zuvor nur von web gekannt hatte
– Networking
– Die lockere aber professionelle Atmosphäre
– nette Leute, interessante Themen und lebendige Teilnahme u. Diskussion
– Spannende Leute
– die absolut offene und freundliche Atmosphäre
– Praxisbeispiele, spez. zu Recrutainment
– Austausch und Inspiration mit Leuten aus der Praxis und ein dichtes Programm
– Das der Blick über den Tellerrand geglückt ist
– Sehr gutes Fachpublikum; Impulse und Diskussionen zu Themen, die schon auf dem Schirm.
– Die Organisation des BarCamps
– die vielen guten und offenen Gespräche

P.S: Eine Nennung hier ist keine Aussage darüber, wie oft dieser Aspekt als Highlight geäußert wurde.

Frage danach, was an dem HR BarCamp verändert/ verbessert werden sollte:
– mehr Räume, kleine Sessions
– kleinere Gruppen
– mehr Workshopform
– mehr Platz, noch mehr Zeit für Networking
– andere Bestuhlung, mehr Workshop
– Kleine Gruppen
– Mehr Raum nur für Gespräche/ Networking
– nicht alle Themen zu beginn festlegen
– Programm noch mehr online stellen
– Kürzere Mittagspause

P.S: Eine Nennung hier ist keine Aussage darüber, wie oft dieser Vorschlag geäußert wurde.
Weitere Rückmeldung und Verbesserungsvorschläge sind natürlich willkommen (gern auch hier als Kommentar im Anschluss an diesen Artikel).

Teilnehmerfeedbacks zum HR BarCamp in quantifizierter Form

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Die Teilnehmer/innen des HR BarCamp 2012 würden zu 97% wiederkommen und ebenfalls 97% der Teilnehmer/innen würden das HR BarCamp an Kollegen weiterempfehlen. Merci – dann haben wir alle zusammen wohl einiges richtig gemacht!

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Die alles entscheidende Frage: Wird es ein nächstes HR BarCamp geben? Wann?
Antwort: Ja – wir werden wieder ein HR BarCamp machen! Und es wird bestimmt noch besser…
Wann? Den Termin zum nächsten HR BarCamp werden wir in ein paar Wochen bekannt geben! Nur etwas Geduld noch…
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Christoph Athanas
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P.S: Und auch hier noch mal einen Dank an die Sponsoren, allen voran Softgarden, dem Hauptsponsor. Klasse aber auch die Unterstützung für die Ausrichtung des Networking-Abends am Vortag des Camps durch Jo Diercks CYQUEST und natürlich auch der Beitrag von stellenanzeigen.de.
Danke – nur mit Euch konnte das HR BarCamp ein nicht-kommerzielles Event sein!

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Ein Gedanke zu „HR BarCamp 2012: Teilnehmerfeedback und persönlicher Rückblick

  1. Uli Zens

    Hallo Christoph,

    vielen Dank für die super Nachberichterstattung, die Auswertung und die Transparenz der Feedbackbögen.

    Für uns alle, die Veranstaltungen planen und durchführen: Interessant sind die unterschiedliche Bewertung der Antworten 3 + 4 seitens der Personaler/innen und Berater/innen.

    Bis zum nächsten HR BarCamp. Ich freue mich drauf!

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