Die Talentiertesten werden die Ersten sein, die gehen: Mitarbeiterfluktuation erfolgreich verhindern

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Ein Gastbeitrag von Holger Antz:
Haben Sie eine hohe emotionale Bindung zu Ihrem Arbeitsplatz? Ja? Dann gehören Sie zu den gerade einmal 16 %in Deutschland.
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Die aktuelle Gallup Studie 2013 führt auch in diesem Jahr wieder vielen Unternehmern schmerzlich vor Augen, dass die meisten Mitarbeiter lediglich eine niedrige (67 %) bis gar keine (17 %) Bindung zu ihrem Unternehmen haben. Und es gibt noch weitere schlechte Nachrichten für Arbeitgeber: Laut einer internationalen Studie der Hay Group wird jeder siebte Deutsche in diesem Jahr seinen Arbeitgeber freiwillig wechseln. Und die talentiertesten Mitarbeiter werden die Ersten sein, die gehen. Doch wie kommt es dazu?

Fünf Faktoren, die Mitarbeiterfluktuation verhindern
Die Hay Group hat fünf Faktoren identifiziert, die für die Mitarbeiterbindung wichtig sind. Dazu zählen:

1. Vertrauen in die Organisation und ihre Führung
2. Entwicklungsmöglichkeiten
3. faire Vergütung
4. erfolgsfördernde Umgebung
5. Befugnis und Einfluss

Das Fehlen dieser Faktoren kann im Gegenzug dazu führen, dass Mitarbeiter sich anderweitig orientieren und das Unternehmen verlassen. Und die Gallup Studie 2013 macht deutlich, dass Arbeitnehmer, anders als noch vor einigen Jahren, einem Jobwechsel durchaus positiv gegenüberstehen: 25 %schätzen ihre Chancen als sehr gut und 34 %als gut ein, einen neuen Arbeitsplatz zu finden.

Unternehmen profitieren von zufriedenen Mitarbeitern
Fluktuation kommt Unternehmen teuer zu stehen – nicht nur finanziell, sondern auch in Bezug auf das Image. Neben Kosten für die Wiederbesetzung, Know-how Verlust, potenzieller Konkurrenz und Kundenabwanderung, kann es intern nicht nur zu Mehrarbeit, sondern auch zu Demoralisierung und schlechter Stimmung im Team kommen. Besonders kritisch: 19 %der Führungskräfte steht in Kontakt zu Personalberatern. Und dabei hängt die Mitarbeiterzufriedenheit zu einem nicht unwesentlichen Teil vom Vorgesetzten ab.

Doch nicht nur um Fluktuation zu vermeiden, ist eine hohe (emotionale) Bindung so wichtig. Mitarbeiter, die sich mit ihrem Unternehmen identifizieren, haben mehr Spaß bei der Arbeit, ihnen liegt der Servicegedanke und die Kundenorientierung am Herzen und sie empfehlen Arbeitsplatz und Produkte eher weiter.

Zufriedene Mitarbeiter werden gefördert
Wie oben bereits aufgeführt, gibt es nun diverse Ansatzpunkte, um die Mitarbeiterbindung zu steigern. Ein Aspekt, der jedoch immer wieder genannt wird, und mir besonders am Herzen liegt, ist das Talent Management. Denn die gezielte Förderung und Entwicklung von Mitarbeitern und deren Talenten wird nicht nur von den Arbeitnehmern gewünscht, sondern ist im Hinblick auf den drohenden Fachkräftemangel auch ein zukunftsorientierter Ansatz.

Kompetenzprofile – Self Management – 360° Feedback
Wenn Unternehmen jedoch Talente mit Seminaren und (Weiter-)Bildungsmaßnahmen fördern wollen, müssen sie die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter natürlich kennen. In Zeiten von Big Data sollte diese Datenorientierung im HR-Bereich jedoch kein Problem mehr sein. Mein Ratschlag deshalb: Erstellen Sie Kompetenzprofile für Ihre Mitarbeiter! So können nicht nur Stärken ausgebaut und Schwächen durch gezielte Förderung behoben, sondern auch passende Bewerber für vakante Stellen intern identifiziert werden. Denn warum offene Führungspositionen nicht aus den eigenen Reihen besetzen?

Zugegeben, Skill Management zieht Aufwand nach sich. Stammdaten, Fachkenntnisse, persönliche Stärken und Schwächen, Soft Skills, Weiterbildungen und Trainings müssen in der Talent Management Software erfasst werden. Warum Aktualisierungen deshalb nicht im Self Management durch den Mitarbeiter zulassen? So wird Arbeit effektiver verteilt und eine Basis geschaffen, Mitarbeiterdaten wirklich aktuell zu halten. Dies wiederum ermöglicht eine schnelle und gezielte Personalrecherche.

Meine dritte Empfehlung lautet schließlich: Führen Sie 360° Feedbacks zur objektiven Beurteilung ein. Dabei erhält der Mitarbeiter Rückmeldungen und Einschätzung zu fachlichen und persönlichen Kompetenzen von unterschiedlichen Personen und aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Diese Informationen stellen wiederum eine wichtige Basis für die Erstellung von Kompetenzprofilen.

Fazit
Mitarbeiter möchten gefördert werden – dieser Anforderung sollte jedes Unternehmen im Rahmen von Talent Management nachkommen. Denn Arbeitsplatzwechsel sind für Angestellte längst kein Tabuthema mehr: Sehen sie keine Weiterentwicklungsmöglichkeiten und fehlt ohnehin die emotionale Bindung zum Unternehmen, ist für viele der Jobwechsel eine attraktive Option.

 

 

Über den Autor
Holger Antz ist Gründer und Geschäftsführer der vision & values GmbH aus Hamburg. Das Softwarehaus bietet mit der perview Talent Management Suite eine modular aufgebaute HCM Software für modernes HR Performance Management und Personalentwicklung an. Seit der Gründung im Jahr 2003 berät vision & values außerdem Unternehmen zu HR-Themen wie softwaregestütztes Change Management, Einführung von Kompetenzprofilen, Skill Management und Bildungscontrolling.

 

 

2 Gedanken zu „Die Talentiertesten werden die Ersten sein, die gehen: Mitarbeiterfluktuation erfolgreich verhindern

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  2. Harald

    Im Grunde kein Geheimnis. Ein Mitarbeiter der sich wohl fühlt und das Gefühl hat in der Firma was wert zu sein eben zwecks Förderungen und co wird länger in der Firma bleiben besser arbeiten und im Gesamten mehr der Firma einbringen wie jemand der sich ausgenützt fühlt und das Gefühl hat ersetzbar zu sein. Es ist daher einfach wichtig mit den Ressourcen und den Mitarbeitern gut umzugehen. HR management sollte daher überall einen hohen Stellenwert haben. Manchmal ist es auch gar nicht schlecht dafür eigens geschaffene HR software zu verwenden.
    MfG, Harald N.

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