Die Superkraft, die Karriere schafft

Oli-aktuell-smallOrientiert zu sein in Fragen der eigenen Karriere ist ungemein wertvoll. In erster Linie natürlich für die Person selbst. In zweiter Hinsicht aber auch für Unternehmen, welche dann eben mehr passende Bewerbungen von reflektierten Menschen bekommen. Und schließlich ist es eine feine Sache, wenn jemand das Richtige in der für sich richtigen Form tut. Man kann also sagen, Jörn Hendrik Ast kann mit seinem Karriere-Superheldenprojekt in vielerlei Hinsicht hilfreich sein. Ich habe mit ihm über Karriereorientierung gesprochen und ob unsere Arbeitswelt nur noch mit Superkräften zu meistern ist.

 

Jörn Hendrik Ast (Foto) und seine Kollegin Inken Arntzen haben sich ein besonderes Programm überlegt um Menschen dabei zu helfen die für sich richtigen Karriereschritte zu machen und dies mit Erfolg zu tun. Nicht nur dessen Programmtitel – Superhelden-Training – hat mich neugierig gemacht. Nein, auch die Erfahrungen das Thema Arbeit und Beruf aus diesem Blickwinkel zu diskutieren. Es ist schließlich so: Wenn es nicht gerade um Candidate Experience geht, kommt in diesem Blog meist die Unternehmensperspektive, die Perspektive der Personaler/innen oder meine Beraterperspektive zur Sprache. Daher ist es umso spannender mit jemanden ein Gespräch zu führen, der aktiv mit Karriereaspiranten arbeitet und so deren Perspektiven gut einnehmen kann. Hier das Interview:


Christoph Athanas, meta HR: Hallo Jörn Hendrik, Arbeit verändert sich und Karrierewege sind immer weniger häufig klassisch aufgebaut. Erwerbsbiografien werden vielfältiger und sind teilweise Mischungen aus Freelancer- und Angestellten-Phasen. Was denkst Du macht das mit Jobsuchern und Arbeitnehmern?

Jörn Hendrik Ast: Ich denke, dass es so etwas wie den einen klassischen Karriereweg der Kruppianer heute nicht mehr gibt. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass sich das Konzept des Berufes selbst immer mehr auflöst. Wie du schon beschrieben hast, es ist heute keine Ausnahme mehr, dass Berufstätige verschiedene Phasen durchleben. Ein wenig freelancen für den alten Arbeitgeber, dann ein Sabbatical und dann noch mal ein eigenes Start-up hochziehen. Klar, das gilt nicht für jeden, aber wichtiger noch als die stetig zunehmende Flexibilisierung der Arbeitswelt zu diskutieren, ist die eigene Haltung zu erkennen. Denn der eben beschriebene Lebenslauf macht vielen Menschen Angst. Und das zu Recht, denn wer ein starkes Sicherheitsbedürfnis hat, der will nicht freelancen. Doch die gute Nachricht ist, durch die steigende Flexibilisierung, sind auch viel mehr Möglichkeiten da. Diese wollen entdeckt werden.

Christoph Athanas, meta HR: Ja. Und um die vielen Möglichkeiten besser entdecken und einschätzen zu können hast Du gemeinsam mit Inken Arntzen eine besondere Form des Karrieretrainings entwickelt. Ihr nennt es Superhelden-Training. Was passiert dort? Welche Mixtur bekommen die Teilnehmer zu schlucken?

Jörn Hendrik Ast: Unser Superhelden-Training basiert auf einer von uns entwickelten Typologie, dem Umgang der daraus resultierenden Erkenntnisse und verschiedensten Übungen zur Umsetzung der neu gesteckten Karriereziele. An drei Samstagen nehmen wir uns Zeit, folgende Fragen zu beantworten wie: „Was kann ich und was will ich? Was hält mich ab? Wie komme ich ins Tun?“ Das Ziel ist den Blick von der rein beruflichen Qualifizierung abzuwenden und den Fokus auf ganz persönliche Fähigkeiten und Motivationen zur Arbeit zu beleuchten. Wir glauben, wer sich und seine Talente gut kennt und weiß was er oder sie will, der kommt auf lange Sicht sehr viel weiter in dem heutigen Überangebot an Möglichkeiten. Mit über 300 Teilnehmern konnten wir die Superhelden-Typologie validieren und haben unsere Erkenntnisse in praktische Übungen zu einem Workshop-Programm verdichtet.

Christoph Athanas, meta HR: Das klingt nach ordentlich Praxis – gefällt mir. Aber warum eigentlich das Bild der Superhelden und welche verschiedene Persönlichkeiten gibt es in eurer Typologie?

Jörn Hendrik Ast: Wir haben die bunte Sprache der Superhelden gewählt, weil wir unseren Teilnehmern Mut machen wollen auf ihrem Karriereweg. Unserer Erfahrung nach gibt es eine große Unsicherheit in Bezug auf Karriereorientierung und ein hohes Frustrationspotenzial in Bezug auf nagende Fragen zur eigenen Leistungsfähigkeit. Wenn man aber ein Superheld ist, dann steht außer Frage, dass man die Welt retten kann. Diese positive Sichtweise soll unsere Teilnehmer motivieren, Talente zu sehen, die ihnen vorher vielleicht noch nicht so bewusst waren. Die Typologie besteht aus vier Superheldenfamilien. Zum einen gibt es die Unternehmer, die sich ständig neuen Projekten und Unternehmungen stellen. Dann gibt es die Maker, die sich ihrem Wissen und Können verpflichten und die Meisterschaft anstreben. Die Kämpfer brauchen den Wettbewerb, die Herausforderung und wollen große Ziele erreichen. Die Helfer schließlich, wollen einen Beitrag leisten, Veränderung bewirken und zum Beispiel heilen, helfen und ein Stück weit die Welt zu einem besseren Ort machen.140915_launch_gr

Christoph Athanas, meta HR: Ok, jetzt klärt sich das Superhelden-Thema für mich auf. Wie bei den Marvel-Helden hat jeder eine spezifischen Stärken und Neigungen.
Aber ich möchte noch einmal ein wenig globaler zum Thema Karriereorientierung nachfragen: Mit dem Thema Karriere und Job beschäftigen sich viele Personen nur dann, wenn eine Jobsuche ansteht. Kommt die verbreitete Orientierungsschwäche in dem Kontext daher? Was sind Deine Beobachtungen und Empfehlungen?

Jörn Hendrik Ast: Unserer Erfahrung nach werden fachliche Qualifikation und Jobtauglichkeit zu oft über die eigentliche, innere Motivation gestellt. Es gibt viel zu viele Eingeständnisse an äußere Umstände und vermeidliche Zwänge, anstatt auf das zu hören, was man wirklich, wirklich tun will. Es ist nichts Verwerfliches daran Karriere machen zu wollen, doch wenn man dabei das Bauchgefühl zu lange vernachlässigt und nur auf äußere Stimmen baut, kann es passieren, dass man entgegen seiner eigentlichen Karriere-Superkraft arbeitet. Daraus können Fluchtimpulse oder Resignation resultieren und das tut nicht gut. Das Superhelden-Training rüstet einen mit dem nötigen Handwerkszeug aus für eine grundsätzliche Karriereorientierung. Wir wollen unseren Superheldenanwärtern helfen schmerzliche Fehltritte zu vermeiden und die vorhandenen Karrieresuperkräfte wirkungsvoll umzusetzen.

Christoph Athanas, meta HR: Die eigenen Energien in die passende Richtung zu lenken und dort richtig einzusetzen ist definitiv wichtig. Da kann ich mir gut vorstellen, dass Ihr da einiges zu tun habt. Deshalb noch einmal konkret zu Eurem Superhelden-Format: Wann geht es wieder los und wer sollte dabei sein?

Jörn Hendrik Ast: Am 29.07. startet wieder unser drei-samstägiges Superhelden-Training in Berlin und am 12.09. in Hamburg, unter superheldentraining.de/workshop gibt es alle Informationen dazu. Willkommen sind alle, die sich auf die Suche nach ihren Karriere-Superkräften machen wollen. Es gibt dabei keine Einschränkungen, an unseren Workshops nehmen ebenso zwanzigjährige IT-Fachangestellte sowie 50 jährige Freelancer teil. Karriere-Superkräfte verjähren nicht, doch Vorsicht „with great power comes great responsibility“ und eins noch, keine Capes! 🙂

Christoph Athanas, meta HR: Jörn Hendrik, besten Dank für das Gespräch und ich wünsche Superkräfte für Super-Workshops.

SuperHTWorkshopTag1-2

Superhelden der Karriere beim workshopen

Über meinen Gesprächspartner:
Jörn Hendrik Ast ist Experte für Social Recruiting und New Work und engagiert sich für die Realisierung des Arbeitsplatzes der Zukunft. Er ist als Solopreneur tätig und gründete das spezialisierte Beratungsunternehmen ffluid. Wie Unternehmen sich richtig im Social Web positionieren müssen, um zukünftige Mitarbeiter anzusprechen, und wie Talente längerfristig für das Unternehmen zu gewinnen und zu halten sind, gehört zu seiner Expertise. In seinem neusten Projekt, dem superheldentraining.de, bündelt er diese Fähigkeiten für ein Karriereorientierungsprogramm.

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