Die Social Media Akademie startet Online-Seminarserie zum Thema E-Recruiting – GF Leonhard im Interview

Andreas Leonhard, SMA

Im Gespräch mit Andreas Leonhard, Geschäftsführer der Social Media Akademie (SMA), betrachten wir, worin sich Personalbereiche in Sachen Social Media Know-how bspw. von Marketingprofis unterscheiden und wie sehr Social Media Skills mittlerweile zum Erfolgsfaktor im Beruf geworden sind.

 

Anlass unseres Gespräches ist es, dass die Social Media Akademie (SMA) nun erstmal auch seit ihrer Gründung ein Online-Weiterbildungsangebot speziell für die Zielgruppe Personaler/ HR-Mitarbeiter aufgelegt hat. Ich persönlich wurde neben anderen HR-Social Media Beratern und –Bloggern dafür gewonnen ein Modul im Rahmen dieses spannenden Programms zu übernehmen. Wahrhaft Grund genug um Andreas Leonhard ein paar Fragen zum Hintergrund dieser Social Media Weiterbildung für Personaler zu stellen. Außerdem möchte ich bei dieser Gelegenheit von Herrn Leonhard erfahren, wie er die Bedeutung von sozialen Netzwerken für die Personalarbeit einschätzt und ob Social Media Skills irgendwann so entwickelt sein werden, dass das Thema wieder von der Agenda der Weiterbildung verschwinden könnte. Also, beginnen wir…

 

Christoph Athanas (metaHR):
Hallo Herr Leonhard. Die Social Media Akademie (SMA) ist bekannt für ihre entsprechenden Weiterbildungsangebote. Nun kommt im Jahr 2013 endlich auch ein Weiterbildungsangebot speziell für Personaler und HR-Profis hinzu. Warum erst jetzt? Waren Personaler als Zielgruppe für die SMA nicht interessant?

Andreas Leonhard (SMA):
Wir haben die Fachkräfte aus den HR-Abteilungen sogar schon seit Ende 2010 im Blick. Damals haben wir den ersten Versuch eines „Personal 2.0 – Seminars“ gestartet, dass zu dieser Zeit allerdings noch auf sehr verhaltenes Interesse gestoßen ist. Ich denke viele – auch in den Marketing- und Kommunikationsabteilungen haben damals Social Media noch als einen kurzfristigen Trend abgetan und sich daher nicht tiefgreifender damit beschäftigt. Mittlerweile ist klar geworden, dass wir es hier nicht mit einem Trend, sondern einem kulturellen Wandel zu tun haben, dem sich kein Unternehmen entziehen kann.

C.A. (metaHR):
„Zoomen“ wir mal ein wenig heraus und betrachten wir die allgemeinen Entwicklungen rund ums Social Media: Welche Entwicklung sehen Sie in Verbindung mit Social Media, die besonders für Personaler Bedeutung haben?

A.L. (SMA):
Die Nutzung der sozialen Netzwerke und Medien als primäres Informationsmedium setzt sich immer stärker durch. Bei den Digital Natives ist das selbstverständlich und gar nicht mehr wegzudenken, aber auch bei den Digital Immigrants (30+) ist Social Media mittlerweile im Mainstream angekommen. D.h. im Klartext: Wenn ich als Unternehmen im Social Web nicht visibel bin, kommuniziere ich an einem Großteil der Gesellschaft vorbei. Das gilt natürlich auch für HR-Abteilungen sowohl bei der Personalsuche, als auch bei der Positionierung des eigenen Unternehmens in der Arbeitswelt. Meine potentiellen neuen Mitarbeiter informieren sich über sozialen Netzwerke, Blogs und Suchmaschinen. Dort muss ich als Arbeitgebermarke präsent sein.
Eine zweite wichtige Entwicklung ist die Simplifizierung technischer Prozesse. Das Verbreiten von Informationen über soziale Medien ist zum Kinderspiel geworden und benötigt kein technisches Fachwissen. Dialoge zwischen Unternehmen und ihren verschiedenen Zielgruppen finden in Echtzeit statt, einfache Automatisierungsprozesse unterstützen diese Entwicklung. Kunden und natürlich auch Arbeitssuchende oder Bewerber haben sich bereits daran gewöhnt und reagieren verstört, wenn sie im Web nicht in kürzester Zeit Feedback erhalten. Darauf müssen sich auch die Personalabteilungen einstellen und lernen, wie man die sozialen Medien hier sinnvoll einsetzt.

C.A. (metaHR):
Für wie gut vorbereitet auf die Anforderungen und Herausforderungen durch Social Media schätzen Sie persönlich heute die durchschnittliche Personalabteilung im Vergleich zur durchschnittlichen Marketingabteilung ein? Wenn Sie einen Unterschied wahrnehmen: Wie erklären Sie diesen?

A.L. (SMA):
Die Marketing- und Kommunikationsabteilungen haben zumindest in großen Unternehmen und Konzernen im Schnitt 1-2 Jahre Vorsprung in der Praxiserfahrung. Sie konnten in der Vergangenheit Learnings sammeln und ihre Aufritte im Social Web entsprechend optimieren und anpassen. Ein Großteil der Personalabteilungen beschäftigt sich erst seit ca. 1 Jahr intensiver mit den Möglichkeiten von Social Media für Recruiting und Employer Branding – auch wenn das Thema in den Fachmedien schon viel länger diskutiert wird. Die durchschnittliche Personalabteilung muss also oft erst noch praktische Erfahrungen im Umgang mit den sozialen Medien und Netzwerken sammeln. Denn eines ist klar, auch wenn es mittlerweile viel Grundlagenwissen und gelernte Mechaniken in der Social Media Lehre gibt, so bleibt doch ein wesentlicher Bestandteil für die Social Media Strategie eines Unternehmens die eigene praktische Erfahrung mit der jeweiligen Zielgruppe.

C.A. (metaHR):
Praktische Erfahrung mit der Zielgruppe, das ist ein gutes Stichwort: Welches Social Media Know-how wird der Teilnehmer bei dem SMA-Kurs für HR-Profis mitnehmen können? Wo liegen die Schwerpunkte?

A.L. (SMA):
Die Palette an Möglichkeiten für HR-Profis im Social Web reicht ja vom Thema „Internes Wissensmanagement / Enterprise 2.0“ über „Employer Branding (vor und nach der Einstellung)“ bis hin zum „E-Recruiting“. Wir konzentrieren uns in dem Online-Seminar der SMA auf das Thema, das bei vielen Unternehmen am meisten brennt: E-Recruiting.
Konkret: Wie wirkt sich Social Media auf das Personalrecruiting aus, welche Möglichkeiten bieten sich und wie setze ich im Detail Recruiting-Maßnahmen im Social Web um. Dann, wie integriere ich diese neuen Personalmarketing-Maßnahmen in meine bestehenden HR-Prozesse. Außerdem zeigen wir auf, wie man die Arbeitgebermarke so im Netz positioniert, dass der Auftritt den Erwartungen der Nutzer und potentiellen Mitarbeiter gereicht wird. Darüber hinaus beschäftigen wir uns natürlich auch mit rechtlichen Aspekten und den Themen ROI, Kosten/Nutzen und Controlling.

C.A. (metaHR):
Ein breiter Themen-Mix in personalbeschaffungstechnisch brandaktuellen Handlungsfeldern. Wie wird sicher dieser Kurs für die Teilnehmer vom Ablauf her darstellen. Es handelt sich ja um einen Online-Kurs. Wie kann man sich das Lernen darin genau vorstellen und gibt es ein besonderes Credo bei den SMA-Kursen?

A.L. (SMA):
Ein Online-Seminar bei der SMA besteht aus drei wesentlichen Elementen:

1.Die Online-Vorlesungen: Der Teilnehmer meldet sich über unsere Webseite mit seinen Zugangsdaten an und kommt dann direkt auf unsere Lernplattform. Dort kann er alle Vorlesungen des Seminars jederzeit, so oft er möchte und von jedem Ort mit Internetzugang ansehen und natürlich auch vor- und zurückspulen oder anhalten. Dieser Vorgang ermöglicht ein hochindividuelles Lernen, das sich dem Lerntempo und den Kerninteressen des Einzelnen anpasst. Über die Lernplattform laden sich die Teilnehmer auch ihre Lernunterlagen runter.

2.Die Community: Seit 2010 haben wir 2000 Teilnehmer in Social Media Themen ausgebildet. Das sind alles Fachkräfte aus den Bereichen Kommunikation, Marketing, HR, Agenturmitarbeiter und Freischaffende. Hier hat sich also ein großes, fachliches Netzwerk gebildet, das jeden Tag weiter wächst. Unsere Teilnehmer profitieren von diesem Netzwerk, in dem sie sich über Herausforderungen im Alltag, Lösungsansätze und aktuelle Trends austauschen, mit den Dozenten interagieren und sich vor allem auch mit Gleichgesinnten vernetzen, um davon auch nach Abschluss des Seminars zu profitieren. Unsere e-Tutoren und Community Manager betreuen und begleiten die Teilnehmer über Community während des Seminars und auch noch danach.

3.Der Online-Test: Am Ende des Seminars steht ein Online-Test an mit dessen Bestehen der Teilnehmer unser Abschlusszertifikat erhält.

Das komplette Seminar mit all seinen Bestandteilen kann also von jedem Rechner mit Internetzugang auf der ganzen Welt und ab Oktober auch über iPad oder iPhone bewerkstelligt werden. Flexibler geht es nicht!

C.A. (metaHR):
Wenig überraschend, aber ich persönlich finde es sehr wichtig im HR-Umfeld Social Media Skills zu besitzen. Insofern bin ich dem Angebot der SMA, ein Modul in dieser Weiterbildung als Dozent zu übernehmen gern gefolgt. Wen haben Sie noch als Dozenten gewinnen können und was war der SMA bei der Zusammenstellung des Dozententeams wichtig?

A.L. (SMA):
Alle unsere Dozenten müssen fünf Eigenschaften mitbringen:
1.Ausreichende Praxiserfahrung in ihrem Metier mit konkreten Projekten
2.Das Wissen um die theoretischen Grundlagen und deren Anwendung
3.Hohe Reputation und Anerkennung in ihrem Markt
4.Erfahrung im Halten von Vorlesungen und eine gute Präsenz vor der Kamera
5.Ein hohes Maß an Dialogfähigkeit

Für das Online-Seminar „E-Recruiting“ haben wir z.B. Lutz Altmann an Bord oder Christoph Fellinger, der für das Talent Relationship Management bei Beiersdorf verantwortlich ist und viel Erfahrung im Umgang mit Young Professionals hat. Weitere bekannte Gesichter sind Henner Knabenreich (bloggt unter personalmarketing2null.de), Dr. Carsten Ulbricht, sicherlich der anerkannteste Jurist, wen es um Internetthemen in Deutschland geht und Carolin Horn von kununu.com.

C.A. (metaHR):
Ich fühle mich geehrt ;-) Zum Abschluss unseres Gespräches noch eine etwas hypothetische Perspektive: Gut möglich, dass es in einigen Jahren einen Punkt geben wird, an dem die allermeisten Personen in kaufmännisch-akademischen Berufen, also auch HR-Belegschaften, gute Anwenderskills in Social Media aufgebaut haben. Wird uns Social Media weiterbildungstechnisch dann noch beschäftigen?

A.L. (SMA):
Diesen Einwand höre ich interessanterweise öfter und ich antworte gerne mit einer Gegenfrage: Seit wieviel Jahrzenten lehren wir klassisches Marketing, PR-Know-how, Management-Skills oder Vertriebsmethoden? Richtig: Schon eine halbe Ewigkeit und der Bedarf hat nie nachgelassen. Das erklärt sich aus zweierlei Gründen: Erstens verhält sich das Thema an sich dynamisch. Was heute im Social Web funktioniert, kann in zwei Jahren schon überholt sein, dann müssen neue Methoden entwickelt werden. Zweitens kommen ja immer Nachwuchskräfte nach, die ihre Skills erst noch entwickeln müssen. Dabei ist es ein Trugschluss, dass der, der mit den sozialen Medien aufgewachsen ist auch weiß, wie er diese unternehmensspezifisch einsetzt. Schließlich sind wir ja auch nicht alle Werbefachleute, weil wir uns seit Jahren von TV-Spots berieseln lassen.

Zu guter letzt bieten die sozialen Medien natürlich auch einen enormen Vorteil für das Lernen an sich, vor allem für das kollaborative Lernen. Die von uns entwickelte social learn methode® ist dabei nur der Anfang. Immer mehr Menschen werden das Social Web als Basismedium für lebenslanges Lernen nutzen – ein Grund mehr für HR-Profis, sich damit auszukennen.

C.A. (metaHR): Herr Leonhard, vielen Dank für das Gespräch.

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Alle Infos zur Online-Weiterbildung der SMA für
Fach- und Führungskräfte aus dem Personalbereich:
E-Recruiting für HR-Profis“.

 

 

Über Andreas Leonhard:
Er ist Geschäftsführer und Gründer der Social Media Akademie und bei der SMA für das Marketing, das Produkt-Design und die strategische Gesamtausrichtung verantwortlich. Vor 11 Jahren gründete Andreas Leonhard mit zwei Partnern die Agentur Quasar Communications (heute edenred), die seit vielen Jahren zu den größten Below the line Agenturen Deutschlands zählt und internationale Marken und Konzerne betreut. Nach seinem Ausstieg gründete er die Agentur Passion People, die bereits vor drei Jahren mit der Social Media Beratung begann. Aus der Erkenntnis heraus, dass in den Unternehmen viel Unwissenheit und falsche Ängste gegenüber den Möglichkeiten von Social Media bestehen, entstand die Idee des ersten professionellen Weiterbildungsangebotes für diesen Bereich, die SMA. Andreas Leonhard ist Vater von zwei Kindern und ein großer Fan der Insel Ibiza. Neben seiner Tätigkeit bei der SMA ist er als Business Angel bei verschiedenen Internet StartUps engagiert.

 

 

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