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Quergelesen: Neue HR-Bücher im Winter 2014

hr-quergelesenAuch in unserer stark von der digitalen Information und Kommunikation geprägten Zeit erfreuen sich Bücher weiterhin großer Beliebtheit. Dies gilt natürlich genauso für Fachbücher, die eben jene angenehme Haptik mit interessanten oder klugen Gedanken fürs Berufliche verbinden. Ich habe mir zuletzt einige Neuerscheinungen dieses Winters aus dem breiten Spektrum der HR-Bücher angeschaut und mir eine Meinung gebildet.

 

Thematisch reichen die Bücher von Interim Management über Bewerberinterviews und Persönlichkeitsentwicklung für Führungskräfte bis hin zu einer Sammlung von HR-Innovationen mit verschiedenen Zielrichtungen. Darunter befinden sich interessante und informative Bücher, aber auch eine Niete. Hier meine Einschätzungen:

 

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Ein Buch gegen das Diktat des positiven Denkens

Haben Sie Sorgen? Läuft irgendwas nicht wie gewünscht? Selber Schuld, bei der Einstellung kann das ja auch nix werden. Denken Sie doch endlich mal positiv. Nutzen Sie die Macht der optimistischen Gedanken!
So oder ähnlich kann es einem schnell ergehen, wenn man mit seinen Sorgen und Nöten auf Verfechter des 110% Optimismus trifft. Insbesondere in den USA ist die brutal positive Perspektive zu allem und jeden Pflicht.
Wir hier in Deutschland sind da sicherlich etwas reservierter in Summe. Aber genügend Personen sind auch hier dem Dogma verfallen, welches sagt: „Sieh es positiv, sonst bist Du an allem selbst Schuld. Nun mach mal endlich Deine Bestellung beim Universum…“

Die Amerikanerin Barbara Ehrenreich ist in ihrem Buch „Smile or die – wie die Ideologie des positiven Denkens die Welt verdummt“ (ISBN-10: 3888976820, hier das Buch bei Amazon) gegen diese rosarote Brille zu Felde gezogen. Ironisch entlarvt sie den Kult um das stets Superoptimistische und die rechnet mit der Philiosophie der notorischen Denk-Dir-die-Welt-einfach-positiv-Literatur á la „The Secret“ ab, welche oben auf dieser Welle schwimmt.
Dabei ist Frau Ehrenreich keinesfalls eine Schwarzseherin, sondern wünscht sich an manchen Stellen einfach etwas mehr Realismus, zum Beispiel, wenn es um das Wahrnehmen wirklicher Probleme geht, statt diese zu Leugnen und es auf die genügend positive Einstellung des Problembesitzers zu schieben. Damit setzt Frau Ehrenreich einen diskussionswürdigen Kontrapunkt zum Gedankensetting des Mainstream. Ob sie Recht hat vermag ich nicht zu entscheiden. Interessant finde ich es jedenfalls, die Auswüchse der Immer-nur-Positiv-Strömung zu reflektieren und zu hinterfragen. Es ist ja auch ein Feld, was in Persönlichkeitsentwicklung oder Führung großen Einfluss hat.

Weil es so schön und dabei so informativ ist, mal wieder ein Video-Zitat zum Thema. Sehen Sie also hier ein RSA Animate Video über Ehrenreichs „Smile or die“ Ansatz. Ich wünsche dazu: Ausreichend Optimismus, genügend Realismus und besonders viel Spaß…